Sonntag, 7. Januar 2018

"Aus dem bunten Spiel der Zeiten wird uns letzte Weisheit kund..." *) - Die vier Jahreszeilen #4

Am 21. Dezember (und somit pünktlich zu Winterbeginn) schlossen wir im Heinrich in der Thaliastraße unsere heurige Veranstaltungsreihe "Die vier Jahreszeilen" ab. Wie auch schon bei den anderen drei Veranstaltungen, so gab es auch diesmal wieder vier Lesende und einen Musik-Act, die da wären:

MARLIES THUSWALD las 9 kurze Texte - darunter vier aus ihrem Lyrikband "Silberstreifen" (edition innsalz, 2015) - von denen einige weihnachtlich inspiriert waren. Bei einem Mitmachtext durfte sich auch das Publikum einbringen.

GEORG HARLEKIN (mit Klangschale ausgestattet) brachte ähnlich viele - nachdenkliche - Texte (darunter einen aus seinem ebenfalls 2015 erschienenen Poesieband "Briefe an die Liebe", dessen Fortsetzung demnächst veröffentlicht wird).

RÉKA TÁRKÁNY SZÜCS (bzw. eigentlich umgekehrt herum) fing mit einem aktuellen Text zu einem prominenten jungen Politiker an und ließ dem in ihren weiteren Texten verhaltenstherapeutisches sowie einige persönliche Gedichte folgen.

ANDREAS PLAMMER las zwei neue Texte ("b'soffene G'schicht'n"), die stilistisch an seinen Kriminalroman "Fauler Zauber" (Milena, 2011) erinnerten. Der erste handelte von einem russischen Roulette, der zweite vo der Bemalung eines Hydranten.

Für den musikalischen Teil des Abends sorgte JONOPONO mitsamt Stimme und Gitarre sowie sieben Liedern (darunter eine Zugabe), die teils persönlich, teils systemkritisch, teils auch eine Verschmelzung beider Thematiken waren.

Es moderierten wieder einmal MELAMAR und ANDI PIANKA (wobei dem Autor dieser Zeilen erst beim Schreiben dieser Zeilen auffiel, dass es sich um die 50. gemeinsam von den beiden moderierte Veranstaltung gehandelt hat). 



Damit sind die 4 Jahreszeilen an ihrem Ende angelangt. Wir hatten bei vier Veranstaltungen 16 Lesende (8 Frauen, 8 Männer), 4 Musik-Acts (2 Männer, 2 Frauen, davon einmal mit männlicher Gitarrenbegleitung) und auch die Moderation war überaus paritätisch, was die Geschlechterverteilung betrifft. Aufgetreten sind KünstlerInnen aus sechs verschiedenen Geburtsjahrzehnten, also auch altersmäßig eine sehr breite Streuung.
Wir waren in vier verschiedenen Locations (Cafe Benno, Das Werk, Cafe Stadtbahn, Heinrich) in vier verschiedenen Bezirken (Josefstadt, Alsergrund, Währing, Ottakring), bei denen wir uns sehr herzlich bedanken - wie ebenso bei der Stadt Wien (MA 7) für ihre Förderung der Veranstaltungsreihe. 

Im Übrigen sind von den letzten beiden Veranstaltungen ein paar Live-Mitschnitte online nachzuhören: https://soundcloud.com/farcevivendi/sets/zweitausendundsiebzehn-lesungen-mit-musik

Und ja, zu guter letzt noch die feierliche Ankündigung: Es wird demnächst wieder ein farce vivendi open mic geben, nämlich am 15.02.2018 im Cafe Benno. Näheres folgt bald...

Wie versprochen, hat es dieser Nachbericht geschafft, noch anno 2017 das Licht der Welt zu erblicken (zwar nicht mehr gemäß gregorianischem Kalender, sehr wohl aber noch gemäß dem julianischen, welcher ja bekanntlich viel älter und weiser ist ;-))



*) aus "Wintersaat" von Clara Müller-Jahnke

"So nimmt und gibt mit vollen Händen / Der Herbst, ein Dieb und eine Fee" *) - Die 4 Jahreszeilen #3

Am 30. November fand im Cafe Stadtbahn in Gersthof/Währing/Wien die Herbstveranstaltung unserer heurigen Reihe "Die 4 Jahreszeilen" statt. Leider hatte nur Petrus in seinem Kalender die Herbst- und Winterveranstaltung verwechselt und ließ es just zu unserer Herbstveranstaltung schneien (zum Glück "nur" draußen und nicht im Stadtbahn drinnen).

Es lasen:

CHRISTIAN SCHREIBMÜLLER, der mit einer Selbstvorstellung ("Jo, der Schreibi...") begann, gefolgt von einem Text über Schreibhemmungen und vier Gedichten, die teils hochdeutsch, teils im Dialekt verfasst waren.

DANIELLE BOUTEILLE füllte seine Viertelstunde mit einer Erzählung bzw. Kurzgeschichte, die sich im Rap-Milieu abspielte. Ein Fan möchte die Platte eines berühmten Rappers stehlen - es kommt u.a. zum Einsatz einer Jungdetektivin und der Polizei.

MARTIN BACHLER veranstaltete eine demokratische Lotterie, indem er das Publikum bat, per Nummernnennung von 1 bis 172 die gewünschten Gedichte auszuwählen, von denen er dann insgesamt 15 vortrug.

NIKI-TA stellte nach einem Text aus der Zeitschrift "& Radieschen" (deren Redaktionsmitglied sie ist) das Projekt "saiL" vor - ein pädagogisches Konzept des natürlichen Lernens. Ergänzt um autobiographische Schilderungen...

Es musizierte:

Zwischen den literarischen Beiträgen sang und spielte STEFAN PETER auf seiner Gitarre einige seiner eigenen Lieder (plus ein Beatles-Cover), die von ernst und nachdenklich ("Wo du hin du willst", "Herrgottsliab") bis witzig ("Das Bad ist besetzt") reichten.

Es moderierten:

Wie gewohnt führten MELAMAR und ANDI PIANKA durch den Abend. 


* aus: "Herbstlied" von Luise Büchner